Strukturierte Verkabelung

Verkabelungen

Strukturierte Verkabelungen sind in den Standards EN 50173 , ISO 11801 normiert. Sie bilden die Grundlage für eine zukunftsweisende, anwendungsunabhängige und wirtschaftliche Netzwerk-Infrastuktur. Bisherige, unstrukturierte Verkabelungen, die sich an dem momentanen Bedarf und Dienst ausrichteten, hatten in aller Regel Kostenexplosionen, verbunden mit Fehlinvestitionen zur Folge.

Früher musste sich der Netzbetreiber nicht mehr Detailfragen über das Übertragungsmedium, die Übertragungseigenschaften oder die Kommunikationswege widmen, da die lokalen Netze auf einer festen Netzwerkstruktur mit entsprechendem Zugangsverfahren basierten und an ein festes Übertragungsmedium gebunden waren. Typische Beispiele hierfür sind Ethernet auf Yellow Cable , Token Ring auf IBM-Kabel oder Terminal-Netze und Breitbandübertragungen. Neuere LAN -Adaptionen, wie Ethernet auf TP-Kabel und neue Verkabelungskonzepte in den Firmen ermöglichen die Schaffung allgemein gültiger Kabelstrukturen.

Die neuen Verkabelungs-Infrastrukturen müssen Installationsreserven enthalten, die auch die Kommunikationsanforderungen für die nächsten 10 bis 15 Jahre berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt einer strukturierten Verkabelung ist die Dienstneutralität des Anschlusspunktes. Der Ansatz sollte alle LAN-Konzepte umfassen, aber auch Dienste aus dem Weitverkehrsbereich wie Sprachdienste via ISDN, Video- und Datenübertragungen.

Beim Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur sollte desweiteren eine hohe Flexibilität berücksichtigt werden, damit das Netz problemlos auf zukünftige LAN-Technologien umgestellt werden kann, und damit vorhandene und neue Produkte in das Netzwerk einbezogen werden können. Darüber hinaus sollte ein neues Netzsystem auf Standards basieren und damit herstellerunabhängig sein, genügend Reserven für eventuelle neue Dienste haben, unempfindlich gegenüber Störeinflüssen sein und eine sichere Übertragung gewährleisten unter Berücksichtung von Redundanzstrecken.

Für den Anwender sind natürlich die Investitionskosten und der Investitionsschutz von besonderer Bedeutung, ebenso die laufenden Folgekosten in Form von Wartungs- und Service-Aufwand. Bei der Konzeption einer strukturierten Verkabelung sind außerdem anwenderspezifische Aspekte zu berücksichtigen, die in das Konzept eingebracht werden müssen. Basierend auf diesen und einer Vielzahl weiterer Aspekte, die Übertragung und die Übertragungsmedien betreffend, wurden von diversen Standardisierungsgremien Verkabelungsstandards entwickelt, die sich gegenseitig anpassen oder ergänzen und als Basis für die Entwicklung einer strukturierten Verkabelung herangezogen werden sollten.

Die Strukturierung erfolgt innerhalb von Hierarchie-Ebenen. In diesen Ebenen werden Gruppen gebildet, die topologisch oder administrativ zusammengehören. Sie sind in horizontale und vertikale Verkabelungsbereiche gegliedert, denen die Geländeverkabelung, die Gebäudeverkabelung mit dem Steigleitungsbereich, die Etagenverkabelung und die Arbeitsplatzverkabelung zuzuordnen sind.

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